Backstage: Jerra - academic experience Worldwide e.V.

Backstage: Jerra

Jerra Lui Busch für aeWorldwide

© Jerra Lui Busch für aeWorldwide

Name: Jerra
Motto: Ohne Motto lebt’s sich besser.

Bei aeWorldwide seit: September 2015
Team: Public Affairs


Warum hast du beschlossen bei aeWorldwide mitzuarbeiten?
Wenn ich ehrlich bin, wollte ich gerne fundiert mitreden können, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Im Jahr 2015, als das Flüchtlingsthema alle Medien und Gespräche beherrscht hat, habe ich mich über mich selbst geärgert, weil ich zwar auch immer mitgeredet habe, aber keine direkte Erfahrung mit der Thematik hatte. Es lag dann für mich nahe, mich eingehender damit zu beschäftigen und idealerweise im Zuge dessen zu einer Besserung der Problematik beizutragen – in dem Ausmaß, in dem es mir eben nebenberuflich möglich ist, und mit der Fokussierung, die von meinen Interessen und Talenten unterstützt wird.

Das PublicAffairs-Team bei aeWorldwide hat zu dem Zeitpunkt glücklicherweise gerade neue Teammitglieder gesucht. Ich fand die Idee des Vereins sehr klug und wollte mir das mal genauer ansehen.

Was magst du gerne an der Arbeit im PA-Team?
Public Affairs ist eigentlich der Ort, wo Politik passiert, weil man hier Meinungen von Entscheidungsträgern prägen bzw. beeinflusst kann. Das ist wahnsinnig spannend,  unheimlich vielfältig und auch ziemlich herausfordernd, denn man braucht recht viel Geschick, um sich diplomatisch und erfolgreich durchsetzen zu können. Die Flüchtlings-Lobby ist in Deutschland allerdings noch erstaunlich jung. Das ist auf der einen Seite zwar erschreckend, auf der anderen Seite bedeutet das aber, dass wir in unserer Arbeit wirklich viel Gestaltungsfreiraum für kreative Ideen haben, dass wir auch ein wenig unkonventioneller an die Sache herantreten können und Dinge ausprobieren können.

Gleichzeitig verstehen wir uns ja eher als Interessensvermittlung denn als Interessensvertretung. Das heißt, dass wir im Team nicht vollkommen losgelöst von Menschen mit Fluchterfahrung arbeiten, sondern dass wir diese ganz gezielt in unsere Arbeit integrieren bzw. mit ihnen gemeinsam arbeiten. Diese Form der Lobby-Arbeit ist wohl in dem Bereich ziemlich einzigartig.

Wie gehst du mit dem Arbeitsaufwand um?
Man lernt, effektiv zu arbeiten und seine Zeit besser einzuteilen.  Grundsätzlich gibt es viel Flexibilität, allerdings basiert ein Großteil unserer Arbeit auf Verlässlichkeit und Selbstständigkeit. Man sollte die Sachen erledigen, die man sich vorgenommen hat. Das ist das A und O dafür, dass ehrenamtliche Arbeit mit flachen Hierarchien und mit dem Ziel der größtmöglichen Effizienz auch funktioniert.

Welche Aufgaben nimmst du wahr und warum?
Ich bin mittlerweile Teamsprecherin des PublicAffairs-Teams, d.h. ich kümmere mich zusätzlich zur inhaltlichen Arbeit um die Kommunikation mit den anderen Teams, betreue neue Mitglieder, etc. Inhaltlich arbeite ich am liebsten an interessanten Kooperationen mit anderen Organisationen. Meine Arbeit konzentriert sich dabei eher auf den Bereich freie Wirtschaft. Ich bin aber auch immer dabei, wenn es darum geht den gesellschaftlichen Diskurs zu der Thematik mit fundiertem Wissen und Erfahrungen zu prägen. Für mich ist das der Teil der Integration, den jeder in einer Gesellschaft leisten kann und sollte. Meine Anfangsmotivation für mein Engagement wird bei aeWorldwide jedenfalls vollkommen befriedigt.